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Meine Texte zum Nachlesen:

Wapti, die Sonnenblume – Teil II


Lollo saß da und weinte noch eine ganze Weile. Dann hörte er auf und dachte angestrengt nach. Er kramte ein altes Buch hervor und begann zu lesen. In dem Buch stand auch was von Krebsen und dass sie keine Strahlen mögen. Da hatte Lollo eine Idee:

Er ging zu Wapti und Ronja und meinte: „Wapti, hier in diesem Buch steht, dass Krebse keine Strahlen mögen. Vielleicht geht der große böse Krebs ja weg, wenn die Sonne wieder scheint?“ Das war eine gute Idee und Wapti und Ronja machten sich auf, um der Sonne nachzuziehen. Und immer wieder, wenn irgendwo die Sonne schien, war Wapti da und entfaltete seine Blätter. Ronja berichtete manchmal davon, dass es Wapti jetzt tatsächlich besser ginge.

Doch dann kam der Herbst und die Sonne verschwand immer öfter, bis sie kaum noch zu sehen war. Wapti ging es wieder schlechter. Der häufige Regen machte ihm sehr zu schaffen. Er ließ seine Blätter hängen und konnte kaum noch Sonnenstrahlen tanken. Oft schlief er tagelang und hatte keine Kraft mehr, der Sonne nachzureisen. So wurde er langsam immer schwächer. Die schönen Sonnenstrahlen hatten den großen bösen Krebs nicht vertreiben können, im Gegenteil: Er wuchs weiter und wurde noch größer.

Eines Tages sagte Wapti zu Ronja: „Ich habe jetzt keine Kraft mehr. Ich werde mich hinlegen und für immer schlafen. Ronja war sehr traurig, hatte sie doch eine so schöne Zeit erlebt, seit sie mit Wapti zusammen war. Sie hielt Waptis Sonnenblumenblätter und war bei ihm, als Wapti für immer einschlief.

Lollo erfuhr erst einige Tage später, dass Wapti nicht mehr da war, und es überkam ihn eine große Traurigkeit. Er fragte sich, ob die Sonne jemals wieder scheinen würde, denn es war tiefer Winter. Lollo kramte sein Buch hervor und fand eine Stelle, in der es hieß, dass nach dem Winter wieder der Frühling käme und nach dem Frühling der Sommer. Das gab Lollo neuen Mut und er freute sich von da an auf den Frühling. Und manchmal, wenn er nochmal traurig war, weil sein Freund Wapti nicht mehr da war, dann ging er zu Ronja und hielt lange ihre Sonnenblumenblätter. Und dann wussten sie beide: Irgendwann würde es wieder Frühling werden…

ls.

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